Suche
  • Julia Senner

Pferdegestütztes Coaching

Unter dem Begriff Coaching können sich mittlerweile viele Menschen etwas vorstellen. Aber was hat eigentlich ein Pferd dabei zu suchen?

Da dieser Blog auch weiterhin kurzweilig sein soll, wird die folgende Beschreibung nur ein kurzer Abriss ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden. Für weitere Fragen stehe ich aber gerne zur Verfügung.


Pferde sind Flucht- und Herdentiere. Sie haben ihre Umgebung ständig im Blick und nehmen kleinste Veränderungen wahr. Dies hilft ihnen dabei, Gefahren schnell zu erkennen und, wenn nötig, die Flucht einzuleiten. Um als einzelnes Tier sicherer zu sein, leben Pferde in Herdenverbänden zusammen, in denen Leitstute und/oder Leithengst die Führung z.B. an sichere Orte, zu Wasserquellen und schattigen Plätzen übernehmen.

Diese Eigenschaften machen Pferde im Coaching zu wertvollen Partnern. Sie erkennen und lesen unsere Körpersprache und nehmen unsere Stimmung auf. Wir Menschen sind uns unserer Körpersprache nur selten komplett bewusst, weshalb sie ehrlich anzeigt, wie es uns geht. Während wir einem Mitmenschen entgegen lächeln und glaubhaft versichern können, dass es uns gut geht, merkt ein Pferd z.B. die Anspannung im Bauch, eine Unsicherheit oder Ähnliches und reagiert darauf. Fühlt es sich in unserer Gegenwart nicht sicher, wird es sich uns nicht anschließen, sondern selbst die Führung übernehmen. Es wird die Unsicherheit deutlich zeigen.

Ein Pferd spiegelt uns also und hilft uns dadurch uns selber selbst besser und aufmerksamer wahrzunehmen.

An dieser Stelle könnte ich jetzt noch einiges mehr schreiben und erläutern, aber am besten lässt es sich, glaube ich, an einem Beispiel erklären: Vor ca. einem Jahr kam eine Frau (A) ins Coaching. Sie befand sich in einem Entscheidungsprozess, in dem sie nicht weiter kam. Als Coach gehe ich davon aus, dass der Coachee (ratsuchende Person) die Lösung für seine Frage in sich trägt, aber keinen Zugang dazu hat. Durch Fragen, Impulse und Feedback versuche ich den Coachee in einer Selbstreflexion anzuleiten. A hatte ein neues Jobangebot. Im Gespräch wurde deutlich, dass es für sie eine "Traumstelle" wäre. Alles in ihr würde JA zu der Stelle sagen. Trotzdem zögere sie den Vertrag zu unterschreiben. Es fühle sich einfach nicht richtig an. Nach 15 Minuten Gespräch haben wir das Pferd hinzugenommen. Ich habe A gebeten, zwei Stationen auf dem Reitplatz aufzubauen. Eine stellte die jetzige Situation dar und eine die neue Stelle. Dann forderte ich sie dazu auf, das Pferd zu Station 1 zu führen. Das Pferd lief entspannt neben ihr her und blieb stehen, sobald sie stand. An der Station schnaubte es ab und fühlte sich sichtlich wohl. Auch A berichtete, dass es ihr gut gehe an der Station. Sie habe alles, kenne alles und fühle sich sicher. Als nächstes sollte sie Station 2 anlaufen. Das Pferd reagierte vollkommen anders.

Diesmal lief es nicht zügig mit, sondern blieb erst stehen und lief dann mit großem Abstand hinter dem Coachee her. A blickte sich unterwegs mehrmals zur Station 1 um. An der Station blieb das Pferd nicht ruhig stehen. Es tänzelte durchgehend auf der Stelle und stieß A immer wieder an. Über Nachfragen bemerkte A eine starke körperliche Anspannung in sich, die vorher nicht da war. Ich bat sie zurück zur anderen Station zu sehen und fragte, was sie dort als erstes sieht. Sie berichtete, dass sie sofort ihre zwei Kollegen vor Augen habe. Diese seien mittlerweile auch gute Freunde, da sie schon lange und eng zusammenarbeiten. Im weiteren Gespräch wurde deutlich, dass A Angst hatte, dass ihre Kollegen den Stellenwechsel persönlich nehmen und sich das auf das private Verhältnis auswirken würde. Bisher hatte sie nicht mit ihnen über den Stellenwechsel gesprochen. Als nächsten Schritt überlegte sie sich, am nächsten Tag das Gespräch zu suchen und ihre Angst direkt anzusprechen.

Als A zwei Wochen später wieder kam, hatte sie den Vertrag unterschrieben. Das Gespräch mit ihren Kollegen war gut gelaufen und sie könne sich nun richtig auf die Stelle freuen. Sie wollte gerne die Übung aus dem 1. Coaching nochmal machen und stellte diesmal zwei Hütchen zu Station 2, die ihre Kollegen symbolisieren sollten, die sie in ihrer Entscheidung unterstützen. Diesmal liefen A und das Pferd sehr gezielt und ohne Zögern dorthin. Das Pferd blieb ruhig stehen, aber hatte den Kopf oben, die Ohren gespitzt und wirkte sehr abwartend. A sagte, dass sie sich genauso fühle, wie das Pferd aussieht - freudig und aufgeregt.

Das Coaching mit A ging noch weiter, aber ich denke, dieser kleine Ausschnitt reicht, um eine Vorstellung vom pferdegestützten Coaching zu bekommen.

Ich habe schon oft erlebt, dass viele neugierig auf diese Art des Coachings sind, aber es doch unterschiedliche Hemmschwellen gibt, es auszuprobieren. Deshalb möchte ich gerne den ersten zwei Personen, die sich auf diesen Blogeintrag bei mir melden eine kostenlose Coachingeinheit anbieten, sofern sie vorher noch nie ein Coaching bei mir hatten.

66 Ansichten

05031/5161133

Wunstorf, Deutschland

©2019 by Pferdegestützte Interventionen Julia Senner. Proudly created with Wix.com